Tag Archiv für Antirassismus

Gedanken zum Spiel in Nürnberg

Rund 10.000 Dynamofans konnten am Sonntag in Nürnberg eine weitere starke Leistung unserer Goldfüße bejubeln und taten das auch ausgelassen. Die zwei Verletzungen unserer Leistungsträger Andy Gogia und Erich Berko waren aber nur ein Teil der negativen Begleiterscheinungen. Konnte die teilweise chaotische Parkplatzsuche noch schnell abgehakt werden, war die Einlasssituation eines Profiklubs schon wieder unwürdig. Warum der Einlass erst 90 Minuten vor Anpfiff öffnet, wenn man weiß, dass zig Tausend Gästefans kommen: Unbegreiflich. So warteten schon Hunderte am Einlass als der Fanmarsch ankam. Wenn man schon meint, eine Vorkontrolle verschnörkelt vorm Eingang einrichten zu müssen, dann sollte das auch kenntlich sein. So führte die Polizei den Fanmarsch erst an dem Nadelör von Eingang vorbei, um dann die gesamte Meute auf die langgezogene auf Bauchhöhe vergitterte Flanke des Einlasses treffen zu lassen, was man bei einer Menschenmenge natürlich nicht mehr sieht. Wer vorher nicht schon in Schlamm und Stolperfallen Probleme bekam, wurde dann eben ans Gitter gedrückt und wahlweise von Ordnern oder Polizisten drangsaliert.

Nicht nachzuvollziehende Dummheit musste man sich dann auch teilweise im Zuschauerbereich wieder bieten lassen. Abgesehen von vereinzeltem verbalem Abfall einiger Individuen, fiel vor allem ein unfassbar geistreiches Spruchband auf. Wenn massenhaft Heim- und Gästefans sowie neutrale Beobachter in gleicher Weise auf ein Spruchband reagieren, war es entweder richtig gut, vielleicht sogar lustig oder einfach nur ein so tiefer Griff ins Klo, dass es ni nur der Duft von Scheiße ist, der die Nase berührt. Wir meinen, unsere Fanszene ist dann doch ein bissl gewitzter und hat eigentlich viel mehr drauf! Für rassistische Hirnireime ist da kein Platz! Sport frei!

Alltag aus, Stadion an!

asylsymb
Am vergangenen Wochenende begleiteten wir wieder zahlreiche Kinder und Erwachsene, die in Deutschland Asyl suchen, ins Stadion. Der Sieg gegen die Bremer Amateure wurde standesgemäß bejubelt, die Begeisterung war wirklich überwältigend. Auch dank der Unterstützung des Vereins war es somit möglich, vielen Menschen eine zumindest zwischenzeitliche Abwechslung zum häufig recht tristen Alltag in ihren Unterkünften in Moritzburg, Großenhain und Dresden zu verschaffen. An Pfiffe, wie sie von einem offensichtlich äußerst verwöhnten Teil der Fans schon in der ersten Halbzeit zum besten gegeben wurden, war keinesfalls zu denken.

Wir freuen uns außerdem sehr darüber, dass die Initiative solcher Einladungen auch zunehmend von anderen Menschen, Gruppen und Organisationen ausgeht. Danke für den vielfältigen Einsatz!

Leider kam es im Anschluss an das Spiel erneut zu ekelhaften Anfeindungen gegenüber unseren Gästen. Neben dem offen zur Schau getragenen Rassismus spricht auch das Promille-Level dieser Pöbler wirklich Bände. Unterstützt lieber euren Verein mit eurer Stimme und nicht den Caterer mit eurem Suff!

Internationale Gäste

1953sgdBeim souveränen Heimsieg gegen die Zweitvertretung vom FSV Mainz 05 haben wir über 30 asylsuchende Menschen aus verschiedenen Ländern eingeladen, die aktuell in Dresden und Umgebung untergebracht sind. Auch viele Kinder mit ihren Eltern verfolgten mit uns gemeinsam das Spiel und fieberten mit. Die Begeisterung hielt bis zum Abpfiff an – vielleicht hat ja jemand Blut geleckt und kommt in Zukunft häufiger.
Die asozialen Pöbeleien, die sich unsere Gäste anhören mussten, sind uns übrigens nur zusätzlicher Ansporn, Menschen aus aller Welt den Besuch eines Dynamospiels weiter zu ermöglichen. Reisst euch mal!