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Monat: Juni 2012

«RikF.» auf Jahreskarten 2012/2013

Nachdem unser Slogan «Rassismus ist kein Fangesang.» in den vergangenen Jahren zunehmend auch vom Verein verwendet wurde (z.B. auf den Leinwänden im Stadion, auf Eintrittskarten, etc.), freuen wir uns, auch in der kommenden Saison unsere Botschaft auf der Jahreskarte wiederzufinden. Wir begrüßen es, dass der vom Verein eingeschlagene Weg, offensiver mit den Themen Rassismus und Diskriminierung umzugehen, weiter gegangen wird, was sich auch in diesen kleinen, eher symbolischen Details widerspiegelt.

1953international macht mobil!

Um mobilen Dynamofans beim Besuch von 1953international.de nicht die kompletten Frei-GB-Ressourcen sprichwörtlich aus der Tasche zu ziehen, bieten wir euch ab sofort eine mobile Version unserer Website an. Die Weiterleitung von den Mobilgeräten erfolgt automatisch. Sollte dies nicht geschehen, findet ihr links oberhalb der Seite einen Link. Auf unserer mobilen Seite findet ihr analog zur „richtigen“ Seite die wichtigsten Inhalte angepasst an euer Smartphone oder Tablet. Sollte es Probleme, Fehler oder irgendwelche Schwierigkeiten geben, schreibt uns bitte eine Mail.

«Sogenannte Reisebegleiter»

Wer die emotionalsten Höhepunkte der vergangenen Monate noch einmal Revue passieren lassen möchte (speziell das Osnabrück-Spiel), der kommt am Kurzfilm «Sogenannte Reisebegleiter» von Filmemacher Steffen Kuttner nicht vorbei. Sein Film hat im März beim Fußballfilmfestival 11mm den 3. Platz in der Kategorie Shortkicks errungen. Gratulation!

Kurzfilm, 2012

Nachdem die SG Dynamo Dresden in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist, beschwörte die breite Öffentlichkeit bereits eine neue Form der Gewalteskalation. Als die befürchteten Randale zunächst ausbleiben, stürzte sich die mediale Berichterstattung auf die Ausschreitungen rund um das Pokalspiel gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund. Mit brachialer Wucht schwappte eine Welle von Vorverurteilungen über den gesamten Verein.

 

Mondiali Antirazzisti findet mit 1953international statt.

Es ist wieder so weit: die Mondiali Antirazzisti startet nun mittlerweile ins 15. Jahr und findet vom 4. − 8. Juli 2012 statt. Das größte unkommerzielle, antirassistische Fußballturnier zieht Fangruppen aus aller Welt an, u.a. aus Sierra Leone, Brasilien und Somalia. Neben dem Fußball hat mittlerweile auch eine Vielzahl anderer Sportarten seinen Platz auf der Mondiali gefunden.

Auf halber Strecke zwischen Bologna und Modena, in der Region Emilia-Romagna, wird sich neben den sportlichen Wettkämpfen besonders viel um Kultur, Geschichte und Politik drehen. Mehrere tausend Teilnehmer werden sich über antirassistische Fangruppen aus aller Welt informieren, Konzerte, Workshops oder Filme besuchen und miteinander ins Gespräch kommen.

 

Dass die Mondiali in diesem Jahr überhaupt stattfindet, ist keine Selbstverständlichkeit. In der Nähe des Veranstaltungsgeländes bebte am 20. und am 29. Mai die Erde, sodass zwischenzeitlich über eine Absage der Mondiali spekuliert wurde. Mit einer umfangreichen Begründung bestätigte das Organisationsteam allerdings, dass die Mondiali Antirazzisti 2012 stattfinden wird.

Auch wir von 1953international werden nach 2007 und 2009 erneut nach Italien reisen und dort anderen Fangruppen unsere Arbeit der vergangenen sechs Jahre vorstellen. Unterstützung erhalten wir glücklicherweise vom Fanprojekt Dresden − danke dafür!

FESTIVAL CONTRE LE RACISME 2012 in Dresden

Ein kurzer Blick über den fußballerischen Tellerrand: In der kommenden Woche (11. – 17. Juni) findet an vielen Hochschulen der Bundesrepublik das mittlerweile neunte «Festival contre le racisme» 2012 statt. Auch der StuRa der TU Dresden beteiligt sich daran mit einem eigenen Programm.

Neben verschiedenen Podiumsdiskussionen, Workshops und Vorträgen gibt es auch Filmvorführungen und Musik. Da das Programm noch nicht abschließend feststeht, lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf die Website des StuRas.
Mehr Informationen unter: www.stura.tu-dresden.de

Am gestrigen Dienstag versammelten sich in der Jüdischen Gemeinde am Elbufer rund 45 Interessierte zur Podiumsdiskussion «Fangesänge und Parolen – Rassismus im Stadion». Moderiert wurde die Gesprächsrunde vom Journalisten und Buchautoren Michael Kraske, der einigen Fußballfans wohl aus der Sächsischen Zeitung ein Begriff sein könnte.

Neben dem Fanprojekt Dresden, welches durch Torsten Rudolph vertreten wurde, nahmen auch Gerhard Breiter, Vizepräsident für Soziales beim «Stadtverband Fußball Dresden» und Veit Pätzug («Schwarzer Hals, Gelbe Zähne») auf dem Podium Platz. Zudem beteiligte sich Jan Tölva, Soziologe, freier Journalist und Blogger am Diskurs. Während es Moderator Michael Kraske nur selten schaffte, neue Kontroversen anzustoßen, waren speziell die Ausführungen Gerhard Breiters zum Dresdner Makkabi-Cup und anderen Projekten des städtischen Fußballverbandes durchaus interessant. Breiter stellte besonders die Vernetzung zwischen kleinen Fußballkreisverbänden und Initiativen in den Fokus und wünschte sich von der SG Dynamo Dresden, die leider nicht anwesend sein konnte, dass sie sich bewusster mit ihrer sozialen Verantwortung gegenüber der jungen Generation auseinandersetzen müsse. Zudem kritisierte er die bloße Reduzierung antidiskriminierender Präventionsarbeit auf öffentlichkeitswirksame «Rote-Karten-Aktionen» − dass er mit solchen Statements mitunter als «Nestbeschmutzer» gilt, nähme er gern in Kauf.

Torsten Rudolph vom Fanprojekt Dresden legte besonderen Wert darauf, dass Veränderung und Selbstregulierung nur durch langfristige, kontinuierliche Arbeit von Fanprojekten umzusetzen seien und politische Forderungen nach schnellen Lösungen auf Dauer keine Alternative zur Fansozialarbeit darstellen können. Zudem verdeutlichte Rudolph, welche Schwierigkeiten sich für das Fanprojekt in der Arbeit mit vermeintlich «rechten» Jugendgruppen und nicht politisierten Jugendlichen ergeben. Zudem sprach er davon, dass er Initiativen und Fangruppierungen wie 1953international für unterstützenswert halte.

Veit Pätzug verdeutlichte, welche Entwicklung die Fanszene in den letzten 30 Jahren genommen habe und wie Rassismus und Antisemitismus über Jahre hinweg unwidersprochen Raum im Fanblock gefunden haben. Den Bogen zu dem oft so genannten «gesellschaftlichen Spiegelbild» spannte dann Jan Tölva, indem er von weit verbreiteten menschenfeindlichen Einstellungen innerhalb der Bevölkerung berichtete. Er stellte dar, welche Hemmschwellen es gibt, latent diskriminierende Einstellungen dann auch zu tatsächlich artikulieren. Eine fremdenfeindliche Einstellung bedeute demnach nicht, im Stadion auch rassistische Gesänge für gut zu befinden. In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum wurde über Wege debattiert, Rassismus und Antisemitismus entgegenzutreten.
Es bleibt festzuhalten, dass der vom Hatikva e.V. organisierte Abend durchaus interessant war. Besonders positiv wirkte die durchaus differenzierte Betrachtungsweise der Podiumsteilnehmer − so wurde klar zwischen Gewalt, Pyrotechnik und Rassismus getrennt −, etwas zu kurz kam unserer Ansicht nach, wie mit rassistischen Ausfällen in den Stadien umgegangen werden müsse und welche Funktionen bzw. Wirkungen die verhängten Strafen für Verbände und Vereine haben.

1953international mit neuer Website

Pünktlich vor der anstehenden Saison melden wir uns mit einer neuen Webpräsenz zurück. Damit möchten wir in unserer Arbeit einen weiteren Schritt voran kommen, indem wir Interessenten und Unterstützern unserer Sache mehr Möglichkeiten zum Mitmachen und Diskutieren zur Verfügung stellen. Schaut euch um, bei Fragen oder Fehlern gebt uns bitte eine kurze Rückmeldung per Mail.