Zum Kartenvorverkauf des 1. FCK

Polizei im DynamostadionViele Dynamo-Fans, die heute morgen die VVK-Infos unseres Vereins zum wichtigen Auswärtsspiel in Kaiserslautern gelesen haben, werden schockiert gewesen sein. Die Behörden in Rheinland-Pfalz haben in Zusammenarbeit mit dem 1. FC Kaiserslautern Maßnahmen ausgehandelt, die wohl für mehr Sicherheit vor den anrückenden Dresdnern sorgen sollen.

Ja, es kam im vergangenen Jahr in der Pfalz zu Ausschreitungen und massiven Fehltritten von Anhängern der SGD, die nicht akzeptabel sind. Dass etwa Busse mit Familien, welche unsinnigerweise vom Stadion in die Stadt direkt an den vorbeilaufenden Dynamo-Fans vorbei geführt worden sind, angegriffen werden und teilweise noch versucht wurde, einen älteren K’lautern-Fan aus dem Bus zu zerren, ist äußerst bedauerlich. Während in der letzten Saison auch die vollkommene Überforderung der Sicherheitskräfte zu diesen Vorfällen beitrug, dachten sich die Verantwortlichen diesmal offensichtlich, dass sie gleich eine Reihe von Fanrechten aushebeln müssen, um Ausschreitungen „vorzubeugen“.

So wird es dieses Jahr nur noch 2.333 Karten für den Gästebereich geben. Das sind gerade einmal 4,7% der Gesamtkapazität des Fritz-Walter-Stadions. Laut den DFL-Regularien sind mindestens 10% des Gesamtkontingentes des Gästefans zur Verfügung zu stellen. Ausnahmen bestehen nur „bei Spielen mit erhöhtem Risiko in besonderen Ausnahmefällen unter Darlegung der Gründe gegenüber DFB und DFL in Absprache mit den Sicherheitskräften unter Berücksichtigung der Einschätzung des Gastvereins“ (Antrag 14 des DFL-Sicherheitspapiers vom 12.12.2012). Gerade dieser letzte Punkt scheint in der Entscheidungsfindung aber keine Rolle gespielt zu haben, denn wenn man den Verlautbarungen unseres Vereins auf seiner facebook-Seite Glauben schenken möchte, hat dieser dieses Konzept hinterfragt und kritisiert, jedoch ohne Erfolg. Dass dann aber noch nicht einmal 5% des Kontingentes freigegeben werden, ist an Dreistigkeit vielen Dynamo-Fans gegenüber, welche aus verschiedensten Gründen nicht um Punkt 10 Uhr an einem Wochentag einfach mal so eine Karte erwerben können, nicht zu überbieten. Es ist geradezu naiv vom 1. FCK und den Behörden zu glauben, dass sich am Ende nur die angepeilte Schnapszahl von 2.333 Dynamo-Fans im Stadion verlaufen werden. Viele Fans werden sich aufgrund der sportlichen Konstellation (hoffentlich geht es für uns noch um den direkten Klassenerhalt), im Vorfeld oder am Tag selbst mit Karten für den Heimbereich eindecken.

Des Weiteren werden noch nicht einmal die Eintrittskarten selbst verkauft, sondern nur Wertmarken, welche an einem von mehreren Gästeparkplätzen gegen die eigentliche Eintrittskarte getauscht werden kann. Das hierbei Zugfahrer fast 2 Kilometer durch die Stadt zu besagtem Messeplatz laufen müssen und auch der Busparkplatz direkt am Stadion wegfällt, hat die Polizei wohl übersehen. Das Konzept und seine Folgen ist besonders dann interessant, wenn über 2.000 Menschen nach über 7 Stunden Fahrt ungefähr zur gleichen Zeit ihre Karte eintauschen möchten und hierfür studentische Hilfskräfte aus dem sogenannten „Ticketing“ von Kaiserslautern all die Anfragen bearbeiten müssen. Es ist geradezu naiv anzunehmen, dass sich alle Fans brav in dieser Reihe anstellen und auf ihre bereits rechtmäßig erworbenen Karten noch ein zweites Mal warten…

Auch beim Transport zum Stadion haben die Behörden und der 1. FCK in die ganz große und „altbewährte“ repressive Trickkiste gegriffen. Statt direkt zum Stadion zu laufen, müssen die Dynamo-Fans erst einmal in einen großen Shuttlebus gestopft werden und vom Messeparkplatz zum Stadion gefahren werden. Wer unsere Fanszene kennt, weiß, das Shuttle-Busse sich generell nicht der größten Beliebtheit erfreuen und gleich gar nicht bei den zu erwartenden frühlingshaften Temperaturen. Jeder hat im Schacht sehen können, dass Fans immer laufen können und werden, wenn sie wollen.

Nun sind vergleichbare repressive Keulen beim Vorverkauf für die Auswärtsfahrer unter uns nichts neues mehr. Doch gerade wir, die viele Jahre nicht im Profifußball zugange waren, sollten diese Vorgehensweisen niemals akzeptieren! War zu Oberliga-, Regionalliga- und teilweise heute zu Zweitligazeiten noch üblich, dass die Gästefans am Schalter vor dem Gästeblock die Karten vollkommen unproblematisch erwerben und vorher noch durch die Stadt bummeln konnten, wird jetzt ein riesiger Aufwand mit Mitglieder-PIN, Vouchersystem, Shuttlebussen und Gästekontigentierung betrieben, um Ausschreitungen zu verhindern, die durch die Sinnlosigkeit solcher Maßnahmen nur befördert werden. Oder glaubt tatsächlich jemand, dass ständige Gängelung zu einer Entspannung im Verhältnis zwischen Fans und Polizei beitragen kann?

Wir Fans der SG Dynamo Dresden sollten es als unsere Pflicht verstehen, diese Methoden anzuprangern und zu kritisieren. Ansonsten wird in Zukunft jedes Auswärtsspiel unseres Vereins zu einer einzigen bürokratischen Qual, ein Blick ins Nachbarland Polen sollte uns eine Warnung sein!

 

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8 Kommentare

  1. De Erisch sagt:

    Euch durchgeknallten Volldeppen dürften die eigentlich gar keine Karten verkaufen, bei dem Auftreten vom letzten Mal. Assipack!!!

  2. Dustin sagt:

    Hallo Dynamo-Fans,

    prinzipiell war ich immer Verfechter des Sicherheitspapieres des DFB/DFL. Aber jeder FCK-Fan, der das letztjährige Szenario mitgemacht hat, wird froh sein, je weniger Dynamo-Fans kommen.

    Ich will auf gar keinen Fall euch alle über einen Kamm scheren, ich gehe viel lieber ins Stadion und sehe einen prall gefüllten Gästeblock und das ist bei euch der Fall, dazu kommt die überragende Stimmung von euch, ABER (!) die Quote der schwarzen Schafe in euren Reihen war letztes Jahr einfach zu hoch. Außerdem schritten auch keine anderen Dynamo-Fans auf den Straßen ein. Ich habe niemanden von euch gesehen der daran interessiert war, die Situation zu besänftigen.

    Ob das vorgehen von FCK und Polizei das Richtige ist bezweifle ich auch, denn die, die wegen der Krawalle kommen, beschaffen sich doch sowieso Tickets, leider. Deswegen befürchte ich wird es wohl auch diesmal wieder im Fiasko enden und zu einer reinen Hetzjagd rund um den heiligen Berg geben.

    Ich hoffe auf ein Spiel mit viel Hass, aber ohnen Ausschreitungen.

    Viele Grüße

  3. Bradnex sagt:

    Ich bin einer derjenigen, die von Euren Fans im Rahmen des letzten Spiels in Kaiserslautern in einem der angegriffenen Busse stand. Es ist absolut nicht richtig, dass die Busse irsinnigerweise an der Laufroute von Euch Dresdener Fans vorbeigeschleust wurden, wie dies in diesem Beitrag geschrieben wird. Richtig ist, dass sich die gewaltbereiten Teile Eurer Fans diesen Weg gezielt gesucht haben, um die Busse, die dort jedes Spiel fahren, zu attakieren. Warum: Weil die Polizeit dort keine Präsenz hatte. Das ist der Fehler bzgl. der Busse gewesen.
    Festzuhalten bleibt jedoch, dass egal wo man Fans von Euch gesehen hat, eine aggressive Stimmung herrschte. Familienväter wurden angerempelt, das Kind steht neben an!! Busse werden attaktiert. Meinen Bus haben drei vollchaotische Typen 5 Minuten lang attakiert. Mit dem einzigen Ziel die Tür einzutreten und mich (ich stand da zufällig an der Tür ohne Fanuntensilien – ich hätte eine Dresdener sein können, der zum P&R fahren wollte) rauszuziehen.
    Es erschließt sich mir nicht im geringsten, wie man zu erst auf die Versäumnisse der Behörden eingehen kann. Bekommt Ihr bitte Eure „Fans“ in den Griff, die Familien angreifen, dann habe ich auch wieder ein gewissen Verständnis für die von Euch vorgebrachten Vorbehalten zu diesen Repressalien, unabhängig wie ich inhaltlich dazu stehe.
    Ein Familienvater, Fussbalfan und Anhäger des FCK!

  4. Tim sagt:

    Zuerst Frauen und Kinder verprügeln und jetzt rumheulen. Da wart ihr ja schon immer groß drin.

  5. dennis ferl sagt:

    Was ist das bitteschön ?! Das geht mal gar nicht ….. grüße aus Kaiserslautern ^^ acab ! #FICKDICHDFB

  6. Fckler sagt:

    Ich akzeptiere deine Meinung und finde es schade, dass es zu solchen drastischen Massnahmen gegenüber den Gäste Fans kommen muss. Aber ich habe damals mit meiner 8 jährigen Tochter in einem der Busse gesessen, welche von diesen sogenannten „Fans“ überfallen wurde. Tatsache ist, dass meine Tochter seitdem nie wieder mit wollte, obwohl sie seit 2 Jahren kein Heimspiel verpasst hatte. Es ist einfach nicht nachzuvollziehen, wie diese Chaoten vorgegangen sind. Die Kinder haben sich auf den Boden verkrochen, weil sie einfach nur Angst hatten, als die Scheiben des Busses eingeschlagen wurden und auf alles eingeschlagen wurde was im Weg war, ohne Rücksichtnahme auf Kinder oder unbeteiligte Personen wurde hier einfach nur terrosiert.
    Ich werde natürlich auch im Stadion sein ohne meine Tochter, was ich leider nur bedauern kann. Und ich kann nur hoffen das mir kein Dresdner vor die Füsse läuft….

  7. Karla sagt:

    Hallo, wir lassen keine Kommentare zu, die möglicherweise strafrechtlich relevant sind. Welche Beiträge wir stehen lassen, weil sie sich eigentlich selbst entlarven, könnt ihr gern erraten. :-)

  8. Vesale sagt:

    Bekommt doch einfach mal eure Fans in den Griff!
    Als Familienvater werde ich mir bestimmt kein Spiel mehr gegen Dynamo im Stadion anschauen. Das Risiko für meine Kinder ist mir einfach zu hoch.
    Der Normal-Fan schreitet doch erst gar nicht ein und einige Vollpfosten geraten total ausser Kontrolle.
    Das kann es nicht sein. Mich wundert es, dass nach den Vorfällen der letzten Saison überhaupt Gäste-Karten ausgegeben werden.

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