Was kann ich tun bei Rassismus im Block?

Rassismus und Fremdenfeindlichkeit kann im Stadion in ganz unterschiedlichen Formen auftreten. Neben Kleidung mit rechtsextremen Symbolen und Inhalten gibt es auch spezielle Marken (Thor Steinar, Erik&Sons, Ansgar Aryan, Consdaple, …), die auf einen rechtsextremen Hintergrund schließen lassen. Dazu kommen rechte Parolen und Gesten sowie rechtsextreme und/oder antisemitische Gesänge. Darüber hinaus gab es schon Situationen, in denen sich Dynamofans mit dunkler Hautfarbe rassistisch motivierten Übergriffen ausgesetzt sahen.
Für fast alle beobachteten Vorkommnisse haben wir hier ein paar Verhaltensweisen aufgelistet, auf die ihr im Stadion zurückgreifen könnt. Dabei solltet ihr für euch selbst überlegen, welche Möglichkeit am besten zu euch passt. Nicht jeder traut sich bspw. die persönliche Diskussion zu. Auch mehrere genannte Möglichkeiten zu nutzen kann sinnvoll, manchmal sogar notwendig sein.
Ein spezieller Fall ist die letzte geschilderte Situation. Bei dieser hat die Sicherheit des Opfers Vorrang, weshalb darauf noch einmal besonders eingegangen wird.

1. Möglichkeit: Ergreift Eigeninitiative!

Jeder, der sich dazu in der Lage fühlt, kann selbst aktiv werden. Sprecht eine Person auf den rassistischen Inhalt an, die sie von sich gibt. Wenn ihr euch alleine unsicher fühlt, dann holt euch eure Freunde/Bekannten oder gar Nachbarn im Stadionblock zur Unterstützung und führt die Diskussion als Gruppe. Nicht immer ist eine Diskussion notwendig. Eine Bitte mit einem gewissen Nachdruck in der Stimme wirkt oftmals Wunder.
Weiterhin gilt: Wenn ihr rechte Parolen und Gesänge hört, habt ihr auch die Möglichkeit, diese mit euren eigenen Fangesängen zu übertönen.
Eure Beobachtungen könnt ihr zusätzlich gleich am Spieltag den Fanbetreuern, den Mitarbeitern des Dresdner Fanprojektes oder den Fanbeauftragten von Dynamo Dresden schildern.

2. Möglichkeit: Dokumentiert das Geschehen!

Auch das Fanprojekt dient als Ansprechpartner bei rassistischen Übergriffen.

Oftmals bietet sich ein Gedächtnisprotokoll an. Schreibt auf was ihr wann, wo und wie beobachtet habt. Visuelle Medien (Fotos, Videos) sind geeignet, um eure Beobachtung zu belegen. Klärt Verantwortliche und daran interessierte Personen über eure Beobachtungen auf. Eine Mail an den Sicherheitsbeauftragten der SGD (sicherheitsbeauftragter@dynamo-dresden.de), den Fanbeauftragten (fanbeauftragter@dynamo-dresden.de), das Fanprojekt (mail@fanprojekt-dresden.de), die Fangemeinschaft Dynamo (info@fangemeinschaft-dynamo.de) oder an uns informiert eine Menge Personen über das Geschehen.

3. Möglichkeit: Zur Not zu den Ordnern gehen!

Der Sicherheitsdienst («Ihre Wache») im Stadion hat als Dienstleister die Kernaufgabe der Umsetzung der Stadionordnung. Den Hinweisen von rassistischen Vorkommnissen muß dieser demnach nachgehen. Personenkreise, die rassistische und rechte Äußerungen im Block von sich geben, sind weniger an der SGD, als an ihren eigenen politischen Zielsetzungen interessiert. Daher sollten diese im Block keinen Raum finden und verdrängt werden, damit es sich alles um Dynamo dreht – und nichts anderes!
Notfalls kann euch der Sicherheitsdienst dabei helfen. Unter den Ordner gibt es zwei Hierarchieebenen. Im Block findet ihr zumeist die Ordner im orangefarbenen Hemd (im Sommer: blaues oder schwarzes Polo) welche erste Ansprechpartner für euer beobachtetes Geschehen sein sollten. Wenn ihr euch nur ungenügend ernst genommen fühlt, habt ihr noch die Möglichkeit, euch bei den Ordnern im leuchtgelben Hemd zu melden (im Sommer: beigefarbenes Polo). Dies sind die direkten Vorgesetzten.
Übrigens: Die Ordner haben am Hemd-/Jackensaum eine eindeutig zuschreibbare Ordnernummer (zumeist weiß und dreistellig). Das Merken dieser Nummer kann ein wichtiger Hinweis in eurer späteren Dokumentation sein.

Sonderfall: Rassistische Übergriffe im Stadion

Wir haben es leider schon erlebt: Solltet ihr bemerken, dass jemand aufgrund seiner Hautfarbe/seines Aussehens rassistisch beleidigt oder gar angegriffen wird, so haben andere Verhaltensweisen Priorität. Der Schutz des Opfers hat hier Vorrang. Greift aktiv ein, zieht den Betroffenen aus der Gefahrenzone. Sprecht eure Freunde und Bekannte oder nahestehenden Personen an und bittet sie um Hilfe. Nehmt das Opfer in die Mitte und bietet ihm Schutz. Weitere Schritte können das Hinzuziehen des Ordnungsdienstes, das Identifizieren des Täters sowie auch hier das Gedächtnisprotokoll (auch das des Opfers) sein.

Wir haben euch hier nur einige Möglichkeiten aufgezeigt. Vielleicht fallen euch noch weitere ein. Wenn ja, dann wendet sie im Stadion an. Jede Form von antirassistischem Engagement ist begrüßenswert. Ein Rückmeldung dazu von euch an uns wäre interessant und eventuell werden ja eure Schritte bald diese Liste ergänzen.

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