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Alltag aus, Stadion an!

asylsymb
Am vergangenen Wochenende begleiteten wir wieder zahlreiche Kinder und Erwachsene, die in Deutschland Asyl suchen, ins Stadion. Der Sieg gegen die Bremer Amateure wurde standesgemäß bejubelt, die Begeisterung war wirklich überwältigend. Auch dank der Unterstützung des Vereins war es somit möglich, vielen Menschen eine zumindest zwischenzeitliche Abwechslung zum häufig recht tristen Alltag in ihren Unterkünften in Moritzburg, Großenhain und Dresden zu verschaffen. An Pfiffe, wie sie von einem offensichtlich äußerst verwöhnten Teil der Fans schon in der ersten Halbzeit zum besten gegeben wurden, war keinesfalls zu denken.

Wir freuen uns außerdem sehr darüber, dass die Initiative solcher Einladungen auch zunehmend von anderen Menschen, Gruppen und Organisationen ausgeht. Danke für den vielfältigen Einsatz!

Leider kam es im Anschluss an das Spiel erneut zu ekelhaften Anfeindungen gegenüber unseren Gästen. Neben dem offen zur Schau getragenen Rassismus spricht auch das Promille-Level dieser Pöbler wirklich Bände. Unterstützt lieber euren Verein mit eurer Stimme und nicht den Caterer mit eurem Suff!

Rückblick zur FARE ’15

Am letzten Wochenende lief unsere Mannschaft im Rahmen der FARE Aktionswochen zum 5. Mal mit dem Slogan „LOVE DYNAMO — HATE RACISM“ auf. Obwohl am Ende die erste Niederlage der Saison zu Buche stand, erfüllte es uns und viele andere im Stadion mit Stolz, die Mannschaft (in) diesen Trikots spielen zu sehen. Danke dafür nochmals an die Verantwortungsträger des Vereins.

In der Halbzeitpause gaben zudem Präsident Andreas Ritter und Vizepräsidentin Diana Schantin ein klares Bekenntnis gegen Rassismus ab. Großartig! Leider nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit heutzutage. Beschämend hingegen waren die nicht zu überhörenden Pfiffe und Unmutsbekundungen als Reaktion auf diese Worte. Als ob es nicht ausreichen würde, dass diese Personen ihre eigene Kleingeistigkeit offenbaren, werden damit natürlich auch Verein und die eigenen Spieler beleidigt. Was uns jedoch freute, waren die Menschen, die ihre Stimme gegen die Pfiffe und Rufe erhoben haben. Weiter so! Wenn der Verein oder auch wir etwas für und mit geflüchteten Menschen oder deren Unterstützern machen, wird häufig argumentiert, dass man doch lieber etwas für Obdachlose oder andere sozial benachteiligte deutsche Menschen machen solle. Wer den Worten in der Halbzeitpause zuhören wollte und konnte, sollte vernommen haben, dass die SGD in diesen Bereichen ein großes Engagement zeigt. Darüber hinaus fällt uns außer „Dynamo für alle Kinder“ keine Initiative im SGD Umfeld ein, die sich mit dieser Thematik intensiver beschäftigt. Das wäre ja mal ein Anfang, aber pfeifen und meckern ist vielleicht doch einfacher.
In diesem Sinne: Rassismus ist KEIN Fangesang.

PS: Die neuen Nickis fanden am Samstag reißenden Absatz und einige Größen waren schon ausverkauft. Keine Sorge, wir drucken nach. Die Sachen werden dann auch bestellbar sein.

Ein paar ruhige Minuten und ein Spiegel

51°03'33.5"N 13°43'36.2"E & 51°03'44.3"N 13°42'42.6"E

51°03’33.5″N 13°43’36.2″E & 51°03’44.3″N 13°42’42.6″E

„Der Verein SG Dynamo Dresden und die Fans stehen aktiv gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung (aufgrund ethnischer Zugehörigkeit, religiöser und sexueller Orientierungen sowie körperlicher und geistiger Beeinträchtigung) innerhalb und außerhalb des Stadions ein.“ (Fancharta, Punkt 1.2., Stand Januar 2015)

Wir begrüßen die am 01.01. in Kraft getretene aktualisierte Fancharta. Neben vielen wichtigen Aspekten ist auch oben zitierter Antidiskriminierungskonsens zu finden. Es gilt, diesen Punkt mit Leben zu füllen.
Seit 2012 besuchen wir regelmäßig mit Asylsuchenden Heimspiele unseres Vereins, um diesen Menschen ein wenig kulturelle Teilhabe zu ermöglichen und gleichzeitig für ihre Schicksale, Sorgen und Ängste zu sensibilisieren, neben denen unsere Wohlstandsproblemchen oftmals peinlich und nebensächlich wirken. Weiterlesen