Berliner Polizei: «Da kommt das Sachsenpack»

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Berliner Prügelpolizisten sind uns nicht unbekannt. Auch rechnet man, wenn man in die Hauptstadt fährt, durchaus damit, dass es die einen oder anderen Scharmützel geben wird. Da es beim 60-jährigen Vereinsjubiläum allerdings hunderte Fans nicht rechtzeitig ins Stadion geschafft haben und es seitens der Polizei Vorgehensweisen gab, die man schlichtweg als strafrechtlich relevant bezeichnen kann, müssen wir das an dieser Stelle einfach thematisieren.

sgdWir möchten allerdings darauf verzichten, einen detailierten Verlauf des Abends, wie damals zum Hannoverspiel, zum Besten zu geben. Aber aus unserer Sicht gibt es ein paar Schwerpunkte, die nicht unerwähnt bleiben sollen.

Ein ganz normales Auswärtsspiel

Wie bei jeder größeren Menschenansammlung gibt es selbstverständlich auch bei den Spielen unserer Sportgemeinschaft einen gewissen Prozentsatz an Arschlöchern. Das brauchen wir nicht leugnen. Irgendwelche Arschmaden, die gezielt Autospiegel zertreten oder Scheibenwischer abbrechen, gehören strafrechtlich verfolgt. Dieser Aufgabe muss die Polizei nachkommen. Es gibt wohl auch wenige Leute aus unseren Reihen, die sich über derartige Schäden am eigenen Auto freuen würden. Auch diese dümmlichen Suffnasen, die den dunkelhäutigen Mitarbeiter dieses Kletterwaldes/Zeltplatzes/wasauchimmer mit sogenannten «Affenlauten» anmachen mussten, sind verzichtbar. Aber die sind nun einmal da. Entscheidend ist, dass diese Ausfälle eben individuelle Handlungen sind und nicht Handlungen von der Gesamtheit der Dresdner Fans. Das mag eigentlich jedem logisch denkenden Menschen selbstverständlich sein, liest man sich allerdings die Medienberichte des Wochenendes durch, scheinen auf dem Fanmarsch 1000 «Chaoten» gewütet zu haben. Dem ist aber mitnichten so, im Gegenteil. Trotz Provokationen und Schikanen durch übermotivierte Berliner Polizisten sind nahezu alle anwesenden Fans erstaunlich entspannt geblieben. Das war großes Kino! Übrigens: Entgegen der Meldungen der letzten beiden Tage gabe es KEINE Festnahmen beim Spiel. Was sich die etlichen «sogenannten Medienvertreter» gedacht haben, unreflektiert und unrecherchiert irgendwelche Halbwahrheiten zu übernehmen, bleibt wohl deren Geheimnis.

Visier zu und drauf!

Machen wir uns nichts vor − Bereitschafts- und Bundespolizei muss sich viel Gepöbel bei so einem Spiel antun und aushalten. Ob es die richtige Reaktion diverser Polizisten ist, bereits vor dem ersten Kontakt mit Fans vom «Sachsenpack» zu sprechen, ist natürlich fraglich. Es verdeutlicht jedenfalls die grundlegende Einstellung zum bevorstehenden Einsatz.

Klar, der Einsatz von Shuttlebussen von Spindlersfeld war natürlich nicht doof. Zumindest auf den ersten Blick. Denn immerhin sind durch die baulichen Gegebenheiten in der Alten Försterei die Zugänge zum Gästeblock sehr eng, so hätte man die große Menge an Fans in überschaubaren Gruppen zum Stadion bringen können. Dennoch muss man einfach davon ausgehen, dass dieses Bus-Angebot von einem Großteil der Fans abgelehnt wird. Aus gutem Grund, denn es gibt keine wirkliche Notwendigkeit, uns dort in Busse zu zwängen. So hatten die Sicherheitskräfte sich das natürlich nicht vorgestellt. Im Gegenzug machte sich Team Green dann mehrfach zu vermeintlichen Tätern. Denn die Tatsache, dass ein Kessel nicht verlassen werden darf, kann ggf. als Freiheitsberaubung rechtlich verfolgt werden − sicherlich mit offenem Ermittlungsausgang. Oder die Situation nach Spielende, als einzelne Fans recht zügig zum Ausgang gegangen sind, um sich auf den Heimweg zu machen. Dort wurde durch die Polizei eine Sperre errichtet und gesagt, es werden jetzt hier alle Fans gesammelt. Und das betraf nicht nur jugendliche, männliche Personen, sondern eben auch Frauen und Männer gehobeneren Alters, wie ein uns zugesandter Erlebnisbericht (siehe unten) bestätigt. Die Frage ist, wie wir als Fans damit umgehen − lassen wir jeglichen Mist mit uns machen, auch wenn es womöglich keine rechtliche Grundlage dafür gibt? Lohnt es sich vielleicht für die Dresdner Fanszene, solche Vorgehensweisen künftig rigoros anzuzeigen? Welcher bürokratische Mehraufwand würde dann auf die Kollegen zukommen, hm? Die ganzen Innenminister hätten wieder Grund zu jammern, Überstunden und so. Aber solches Vorgehen darf künftig einfach nicht mehr mit «so läuft das halt auf Auswärtsspielen» abgetan werden. Wir Fans müssen uns gegen diese repressiven Maßnahmen offensiver zur Wehr setzen, irgendwann reicht es einfach.

Wenn unser ehemaliger Geschäftsführer Volker Oppitz von den Einsatzkräften bepöbelt und geschubst wird, nur weil irgendwelche Fans ein Foto mit ihm machen wollen oder wenn sich unser momentaner Hauptgeschäftsführer, der sich immer politisch korrekt gibt, mit Erich Mielke-Vergleichen an die Presse wendet, dann kann man das nicht einfach ignorieren.

Der generelle Ablauf des Fanmarsches war eine Farce. Nicht nur, dass den Beteiligten schnell klar wurde, dass bei dem Schneckentempo, welches die Polizei vorgab, viele Fans den Spielbeginn nicht sehen würden. Auch der Zwang, den Marsch nicht verlassen zu dürfen (z.B. für die eigene Notdurft) grenzt an Nötigung. Da stellt sich natürlich zwangsläufig die, sicherlich etwas paranoid anmutende, Frage, ob es überhaupt gewollt war, einen friedlichen Ablauf seitens der Ordnungskräfte zu gewährleisten oder ob man mit dem bewussten Verzögern des Marsches nicht dazu beitragen wollte, dass dann vor dem Eingangsbereich Hektik entsteht?!

Interessant auch das Vorgehen der Polizei an der ersten Vorkontrolle, als ein recht kleiner Jugendlicher, der sichtlich gezeichnet durch die Drucksituation vor dem Eingangsbereich war, (halb?)ohnmächtig gegen einen Polizisten fiel, welcher ihm sofort den Knüppel über den Kopf zog. Ein junger Mann, der für ihn Partei ergriff und sagte, der Jugendliche könne einfach nicht mehr und sei umgestürzt, also gäbe es keinen Grund, ihn so zu vermöbeln, wurde dann wiederum von zwei uniformierten Kollegen mit Knüppeln traktiert. Geht’s noch, ihr Ar&$§§“%?X@r? Es wundert uns, dass es trotz diesem polizeilichen Verhalten auf Fanseite so ruhig geblieben ist. Das war außergewöhnlich.

Auch die in den Medien kolportierte Behauptung, Fans hätten den Zaun im Gästeblock aufgeschraubt, ist regelrecht dummdreist. Im Endeffekt gab es das nicht unübliche Wackeln am Zaun, der immerhin an der rechten Seite mit einer (!) Schraube befestigt und dementsprechend locker war. Das führte dazu, dass die Ordner im Innenraum versuchten, mit Kabelbindern aus Plastik den Zaun zu sichern. Nun reden wir hier von einem Fußballspiel, da gehört ein gewisses Katz und Maus-Spiel mit den Sicherheitsträgern einfach dazu. Das ist auch nicht verwerflich, solange keine Menschen verletzt werden oder eine akute Gefahrensituation heraufbeschworen wird. So trug es sich also zu, dass diese Kabelbinder natürlich von der nächstbesten Person mit einem Feuerzeug traktiert wurden und somit nutzlos waren. Auch die Ordner haben das eher mit einem Augenzwinkern zur Kenntnis genommen. Die Konsequenz war, dass zwei Ordner innerhalb des Blocks an den Ort des Feuerangriffs auf die Kabelbinder geschickt wurden, welche dann, entgegen der Pressemeldungen, von einem Fan verbal darauf hingewiesen wurden, dass sie an dieser Stelle nichts zu suchen hätten. Sie wurden nicht aus dem Block «gedrängt», wie behauptet, sie sind umgedreht und zurück gelaufen.

Medien und Polizei Hand in Hand

Wir haben es auch schon in anderen Artikeln immer wieder erwähnt: der Staat und seine Ordnungsmacht, aber auch die Medien müssen sich darüber klar sein, welche Konsequenzen diese Behandlung vorrangig junger Menschen und die falsche Berichterstattung haben. Oder glaubt tatsächlich jemand, dass möglicherweise illegale, willkürliche Maßnahmen behelmter Polizisten und falsche Zeitungsartikel das Vertrauen in demokratische Strukturen stärken? Warum konnte der Sportinformationsdienst sid bereits in der selben Nacht von Ausschreitungen berichten (was natürlich alle Medienanstalten ohne Prüfung übernommen haben − dann braucht man auch gar keine Journalisten mehr, ehrlich!) und sich vor allem dabei auf Mitteilungen der Polizei berufen?

Zumindest im Nachgang revidierte Guido Busch von der Berliner Polizei die Medienberichte etwas: http://www.mdr.de/mdr1-radio-sachsen/audio520410.html

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass es sich wieder um ein ganz normales Auswärtsspiel handelte. Und das ist das eigentlich Erschreckende.

Erlebnisbericht:

Wir, vier Leute zwischen 53 und 66 Jahren, davon 2 K-Block-JK-Besitzer sowie zwei Premieren-Auswärtsfahrer (darunter auch zwei sächsische Polizeibeamte…), können uns nur negativ über das Vorgehen der Berliner Polizei äußern. Angereist mit dem Auto, stiegen wir am Berliner Stadtrand in das Auto eines Berliner Bekannten um. Der brachte uns bis Spindlersfeld. Dort sahen wir den „Dynamo-Marsch“ von hinten. Der stand mehr, als dass es vorwärtsging. Wir wollten deshalb die Straße queren, um auf dem Fußweg der anderen Seite schneller voranzukommen. Doch die Berliner Polizei forderte uns unmissverständlich auf, in den Block zu gehen. Nach ein paar Minuten des Kaum-Vorwärtskommens wurde es uns zu bunt, wir versteckten unsere Dynamo-Schals und so gelang es uns, seitwärts den Block zu verlassen. Wir liefen die Stecke zurück und wechselten nun doch auf die andere Seite. Dort überholten wir den Block innerhalb kürzester Zeit (Fotos davon haben wir…). Vorm Block fuhren Polizeiautos im Schneckentempo. Da ahnten wir bereits, dass die eingekesselten Fans nie pünktlich ins Stadion kommen würden.

Die Eingangskontrollen waren ein weiteres Highlight. Der Älteste musste seinen Kuli, auf dem sein Name plus Adresse eingraviert war (!!!), abgeben. Hätte er ja auch garantiert als Wurfgeschoss genutzt…

Nach dem Spiel verließen wir mit als erste das Stadion, bedrohlich eng beidseitig flankiert von der Polizei. Kurz nach dem Ausgang stellte sich uns die Polizei in den Weg. „Sie werden hier gesammelt“, wurde uns gesagt. Wir wollten aber weder gesammelt werden, noch wollten wir zum Bahnhof. So kam es zu leichten Rangeleien. Wir fühlten uns genötigt und sagten das auch deutlich. Schließlich ließ man uns passieren, nachdem wir fallenließen, dass auch selbst Polizisten unter uns seien. Vielleicht lag es aber auch an unserem „fortgeschrittenen“ Alter. Wären das junge Leute gewesen, wäre das „Aufmucken“ sicher nicht so glimpflich ausgegangen.

Nachtrag: Auch der ehemalige Geschäftsführer Volker Oppitz hat auf Facebook seine Eindrücke geschildert. Ihr findet sie hier in den Kommentaren oder eingeloggt unter https://www.facebook.com/volker.oppitz/posts/147830295395501

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25 Kommentare

  1. Gläser, Antje sagt:

    He, ich muss dich bzw. Euch korrigieren, es gab Verhaftungen, mein Mann und ein Freund aus Dresden (der deswegen den Sonderzug verpasste)….Für uns nicht ganz so schlimm da wir aus Berlin kommen…Die beiden konnten berichten das sie am Tempelhofer Damm nicht die einzigsten waren….

  2. Karla sagt:

    Vielen Dank für deine Antwort, Antje! Wurden sie festgenommen oder kamen sie in Gewahrsam?

  3. jensen sagt:

    Hi,

    es ist mühselig, sich über die Berliner Polizei aufzuregen. Die haben sich ihren merkwürdigen Ruf über Jahre hin aufgebaut und warum sollten sie sich ändern. In einer Stadt, in der nichts funktioniert, was von öffentlicher Hand geführt wird, ist das nicht verwunderlich, oder?

    Nachdem nun schon das x-te mal irgendeine Pressestelle schneller war und somit die nachfolgende Berichterstattung in den Medien entscheidend vorgeprägt hat, wäre es evtl eine Überlegung wert, die zahlreich mitgeschleppten Smartphones dazu zu benutzen, diesem Treiben mit Berichten & Bildern noch vom Ort des geschehens den Wind aus dem Segeln zu nehmen.

    Die Möglichkeiten über Internet sind zahlreich gegeben: tweeten, smsen, posten… die ganze Palette.

    Im Nachhinein etwas zu korrigieren ist jedenfalls sehr schwierig, vor allem auch deshalb, weil es keinen mehr interessiert.

    In diesem Sinne, das nä Mal einfach schneller sein. :)

  4. BerlinerDynamo sagt:

    Guter Bericht, offen und ehrlich. Da wir (3 Leute) auch aus Berlin kommen, sind wir natürlich neutral zum Spiel angereist. 4 Stationen vor der Alten Försterei wurde das Auto geparkt, was schnell als Dynamo Mobil erkenntlich war und es ging ab in die Straßenbahn. In der Bahn alles Easy, am Eingang auch und als wir die ersten Dynamo`s zwischen Sektor 1 und 2 rumliefen sahen, holten auch wir unsere Schals raus. Ein bissl wurde komisch geguckt, aber wir wurden weder Beleidigt noch sonstiges (und das neben dem Ultra Block der Eisernen). Sowas würde es in Dresden glaub ich nicht geben, aber egal. Wir saßen im Sektor 1 Block A und waren Gott sei Dank nicht die einzigsten Dynamo`s. Gute Stimmung wären des Spiels und sachliche Gespräche mit den Unionern. Man müsste sich das einfach nur in Dresden vorstellen, dass Auswärtsfans im M, N oder R Block sitzen, die würden keine Freude am Spiel haben, leider. Nach dem Spiel mit Dynamo Schal, Mützen und Shirts raus, keine Probleme mit den Ordern und Polizisten. Dann auf dem Weg, es fuhr ja keine Straßenbahn mehr, liefen wir gemütlich mit vielen Unionern zum abgestellten Auto und was mussten wir auf dem Weg alles sehen…abgetretene Spiegel und zugeklebte Auto`s der Unioner. Ein Armutszeugnis der Dresdner Fanszene. Ich sage noch mal, was würde in Dresden passieren, wenn andere Fangruppen das mit Dynamo Autos machen würden? Was würde in Dresden passieren, wenn 1000 Auswärtsfans nicht mit den Shuttlebussen fahren wollen? Wir sind gut zum Auto gekommen, vor und hinter mir Unionfans, aber mein Auto war weder beklebt noch zerstört wurden. Hut ab vor den Unioner Fans. So muss das sein und nicht anders, und mein Auto war übrigens nicht das einzigste Dresdner Mobil.

  5. Sandro Tengg sagt:

    Hallo,bei uns war es aehnlich wie im erlebnisbericht nach spielende. Sind gleich nach abpfiff los und wollten zum auto welches am bahnhof koepenick im parkhaus stand. Wir sind dann auch eingekesselt worden, wir waren zu dritt,alle im fortgeschrittenen alter. Nach minutenlangen wortwechsel mit den beamten und die ein oder andere handgreiflichkeit durch selbige, hat und wahrscheinlich der beamte mit der etwas hoehren bildungsstufe und berufserfahrung durch die sperre gelassen. So ein arrogantes und vorallem aggresives verhalten, habe ich selten auswaerts erlebt. Gruesse

  6. […] was wir dann erblickten war dann doch skuril und da können wir nur das bestätigen, was man auf 1953international.de zum Auswärtsspiel lesen kann! Wir machten uns dann auf zum Eingang des Sektor […]

  7. Carsten Schulze sagt:

    Ich war ja nicht dabei, möchte aber trotzdem gerne fragen:

    Wenn da Busse bereits stehen und alles für einen Transport mit Bussen ausgelegt ist, warum wird dann spontan entschlossen, zu laufen? Und warum spricht man dann davon, dass nur die anderen schuld sind, wenn man zu spät am Stadion ist, wenn man das nicht so macht, wie es vom Veranstalter gedacht ist? Wie gesagt, ich war nicht dabei, aber das kam mir beim Lesen des Geschehenen direkt so in den Sinn.

  8. Karla sagt:

    Weil ich, nur weil ich Fußballfan bin, meine Grundrechte nicht am Hauptbahnhof Dresden abgebe, sondern mich frei bewegen darf. Es geht überhaupt nicht um Schuldfragen per se, sondern darum, dass es seitens der Polizei und diverser Medienvertreter zu einigen Totalausfällen gekommen ist.

    Keine Ahnung, wie ich deine Frage deuten soll, aber für mich gehört es zu den grundsätzlichen Freiheiten, sich frei bewegen zu dürfen, ohne von übermotivierten Polizisten eins auf den Deckel zu bekommen.

  9. BerlinerDynamo sagt:

    Die Frage „Karla“ von „Carsten Schulze“ ist aber derart berechtigt, dass man darauf eingehen muss.

    Dann Frage ich jetzt auch mal, was wäre wenn in Dresden die Gästefans aus K`lautern, Union, Köln und von Hertha einfach mal so spontan am Hbf Dresden gesagt hätten, wir verzichten auf die Shuttle – Busse und laufen? Was wäre dann passiert? Stell dir mal vor, andere Fans würden das tun, was die Dresdner an der Alten Försterei abgezogen hätten? Ohje, ich hör Sie schon heulen wegen Ihren kaputten Auto`s!

    Wieso brauchen die Dresdner Dynamo`s immer und immer wieder eine extra Wurst? Es war so geplant und so mit der Polizei abgesprochen, dass die Dresdner vom S-Bahnhof Spindlersfeld mit den Bussen zum Stadionen fahren, da wären dann sicherlich auch alle pünktlich da gewesen. Aber nein, man muss ja wieder alles umplanen.

  10. Carsten Schulze sagt:

    @BerlinerDynamo:

    kann ich nur voll zustimmen. Nicht umsonst gibt es vor den Spielen Sicherheitsberatungen mit der Polizei und den Vereinen. Und dass unsere Fans nicht immer die friedfertigsten sind, ist ja auch bekannt. Und wenn ein Bustransfer angebiten wird, dient das auch der Sicherheit der Fans und einer Fantrennung, um Schlägereien der einzelnen Fangruppen zu vermeiden.

  11. Karla sagt:

    Also liegt die Schuld bei den Dresdner Fans, die eines der Grundrechte in Anspruch genommen haben. Das rechtfertigt natürlich den Einsatz von Schlagstöcken, logisch.

  12. Cycloworld sagt:

    Zitat: „Dennoch muss man einfach davon ausgehen, dass dieses Bus-Angebot von einem Großteil der Fans abgelehnt wird. Aus gutem Grund, denn es gibt keine wirkliche Notwendigkeit, uns dort in Busse zu zwängen…“

    Sorry. solange solche Meinungen unter uns Auswärtsfans existieren, die zwangsläufig zu einer Eskalation führen, werden wir nie auf einen „grünen“ Zweig kommen. Wenn der Bus-Transfer so vorgesehen ist, sollte man sein Ego einfach mal im Griff haben, und nicht dem Motto „Mutti, ich will nicht Bus fahren…heul…ich dreh‘ jetzt mal durch“ folgen.
    Dem Dynamo-Fanbeauftragten waren die Details zum Stadion-Transfer bekannt.

    Die Polizeiaktionen sowie die sog. „Berichterstattung“ sind allerdings wirklich ein Witz und sind weit entfernt von der Realität vom Freitag.

  13. BerlinerDynamo sagt:

    Du solltest eigentlich auf die Fragen eingehen und nicht irgendwelche billige Polemik antworten. Traurig!

    Noch mal für dich, Union Berlin ist der Gastgeber und plant für die Dynamo Dresden Fans einen kostenlosen Shuttle Service zur Alten Försterei. Alle wären pünktlich gewesen. Aber nein, die Dresdner müssen ja unbedingt wieder Ihre eigene Suppe kochen und wollen einen spontanen Fanmarsch. Das dieser erstmal Organisiert werden muss, dürfte auch dir klar sein. Man brauch Order und Polizistin die für euch die Straßen absperren.

    Damit ist Union und die Berliner Polizei euch doch schon entgegen gekommen, oder? Sei ehrlich, haben Sie den Marsch abgelehnt oder haben Sie euch laufen lassen?

    Haben die Berliner Polizisten euch auch dazu geraten Pyro während des Marsches abzubrennen und von normalen Unionern die Spiegel abzutreten und deren Auto`s mit Aufklebern zu bekleben? Ich glaube nicht. Also kann man sich die Frage soch selber beantworten, weswegen das solange gedauert hat. Die Täter mussten ja auch erstmal aus der Masse rausgeholt werden. Also, selber Schuld!

    Ich würde dich gern erleben, wenn du zu einem Heimspiel ins RHS gehst und du als Heimfan wegen eines Fanmarsches der Gegner nicht zum Stadion kannst. Und ich möchte dich hören, wenn gegnerische Fans dein Auto demolieren, aber darauf gehst du ja nicht ein.

  14. SaxonyGamer sagt:

    Wird jetzt erstmal offtpic:

    Ich bin kein Fussballfan, aber mein jüngerer Bruder geht auch immer zu den Dynamospielen, auch auswärts. Und ich finde es eine Frechheit, wenn „Minderjährige“ durch Beamte sinnlos in Gefahr gebracht werden. Könnte nicht die Fanbetreuung ein Anfrage an die Berliner Polizei, zu dem Vorfall mit dem Jungen senden, der umgekippt ist? Wird bei solchen Einsätzen nicht Protokoll seitens der Polizei geführt? Hierzu könnte sich vllt. ein Dresdner Polizist äußern, wenn denn einer mitliest. Und könnte man nicht mit allen Fanverbänden und den Vereinen, alle zusammen mal einen Dialog starten, zur namentlichen Kennzeichnung, der Polizisten? Normale Beamte in Streife müssen sowas ja auch tragen. Das mit der namentlichen Kennzeichnung war schonmal im Gespräch, könnt ihr da mal nicht alle anderen Verbände kontaktieren? Ich denke es gibt auch bestimmt in Dresden übermotivierte Beamte, die könnten dann gezielt mit Einzelanzeigen, „traktiert“ werden, am besten mit Zeugen, Video oder Bildbeweis von dem Vorfall?! Überlegt es euch doch mal, wie gesagt als Bürger muss man sich ja nicht alles gefallen lassen.

    MfG ein Dynamostadion – naher – Bürger

  15. Frederik sagt:

    Natürlich hat ein Fan das Recht, alle Pläne zu durchkreuzen und zu laufen, anstatt die Shuttle-Busse zu nehmen, muss dann aber auch in Kauf nehmen, nicht pünktlich zum Spiel zu kommen und sich während des Marsches ruhig zu verhalten, bzw. Keinen Stress wegen des Tempos zu machen oder gar Autospiegel abzutreten. Sorry liebe Dynamos, aber wir sind nicht im Jahr 3964. Man hat halt leider nicht für jeden Fan einen Privatjet, der euch bis ins Stadion fliegt! Ihr hattet mit den Shuttle-Bussen eine Möglichkeit, überpünktlich zum Spiel zu kommen, wenn ihr das ablehnt, selber Schuld. Und ich denke , dass als Freiheitsberaubung etc. einzustufen, euch in Shuttle-Bussen zu transportieren, ist maßlos übertrieben, lediglich die beste Lösung für solch ein „Risikospiel“! Das euch die Bullen nicht den gefallen tun und im Sprinttempo zum Stadion rennen ist doch klar oder? Mal im Ernst, jeder Vollidiot weiß, dass zwischen Polizei und aktiven Fussballfans meist ein angespanntes Verhältnis herrscht! Wenn ihr den Bullen nicht den Wunsch erfüllt und nicht mit den Shuttle-Bussen fährt, werden sie euch auch nicht eure Wünsche erfüllen und überpünktlich zum Spiel zu laufen, ist doch klar, jedr Mensch mit mehr als 15 IQ sollte das Wissen, außerdem denke ich, dass wenn ihr mit den Shuttle-Bussen Gefahren währet, dass eine oder andere Auto einen Spiegel mehr hätte, so hättet ihr sogar selber die Möglichkeit, den laut euch „Arschmaden“ die Show zu stehlen,…. Aber das wäre ja schon wieder zu viel nachgedacht!

  16. Hasswurst sagt:

    Soweit ich weiß, wurde von der aktiven Fanszene bei jeder Besprechung klar artikuliert,dass mensch auf keinen Fall Bus fahren wird. Zu dem wurden Doppeldeckerbuse versprochen. Meiner Meinung nach standen vor dem S-Bahnhof eingeschossige Busse. Dass gelaufen wird hätte mensch auch erahnen können, da auch im letzten Jahr gelaufen wurde.
    Nun braucht mensch sich doch nur noch vorstellen was gewesen wäre wenn jeweils nur 50 Personen diesen aggressiven Bullen gegenüber gestanden hätten. Wären die dann komplett zerlegt worden?

    Zu einem Post über mir: Es gab mehrere Festnahmen, mir sind 3 bekannt. Laut der Aussage eines Festgenommen waren es aber mehr.

  17. Karla sagt:

    Danke für eure Rückmeldungen!

    @BerlinerDynamo:

    Auf alle diese Punkte wurde bereits im Text eingegangen. Die Busse waren keine blöde Idee, aber es war absehbar, dass sie eben nicht von allen Fans angenommen werden. Und das auch vollkommen zurecht, immerhin feiert die SGD ihren 60. Geburtstag, da will man nicht im Bus durch die Gegend transportiert werden. Zu den Autospiegeln, Scheibenwischern und sonstigen Entgleisung von Dynamofans steht genügend im Text, so etwas haben wir auch mit keiner Silbe schön geredet, im Gegenteil – auch das Beispiel mit dem eigenen Auto, was da von dir verwendet wird, steht bereits im Text. Also kein Grund zur Aufregung, den Text vielleicht nochmal in Ruhe lesen. :)

    Dass der Marsch bewusst langsam gehalten und immer wieder zum Stehenbleiben aufgefordert wurde, um die Gruppe unnötig zu verdichten (der Block war kompakt genug!), gibt zumindest mir durchaus zu denken. Die Frage ist, ob man sich auf das „Prinzip“ beruft („Wenn ihr nicht mit den Bussen fahren wollt, habt ihr halt Pech.“) oder eben darauf, einen friedlichen Ablauf zu gewährleisten, indem man sich auf die Eventualität eines Marsches vorbereitet. Und das schien mir jedenfalls nicht der Fall zu sein.

  18. Dirk Adam sagt:

    Warum schleust Ihr nicht mal einen prominenten Dynamo-Fan wie Jan-Josef Liefers oder einen Ex-Spieler wie Ulf Kirsten unter die Dresdner Fans, die mit einer versteckten Kamera alles aufmehmen und filmen. Diesen Beitrag will ich sehen und die Kommentare von diesen in ganz Deutschland bekannten Leuten. Hier kann man den Finger in die Wunde legen und ein größeres Medienecho zugunsten der SGD bewirken. In einer sauberen Reportage hätten vielleicht einige Leute in der Bundesrepublik endlich ein etwas anderes Bild von Dynamo. PS: Ich habe vor ein paar Jahren ähnliche Erfahrungen mit Münchner Polizisten bei einem 1860-Spiel gemacht, die meine Frau und mich erst einmal pauschal angepöbelt haben. Ohne Worte…

  19. asta sagt:

    Was wenn ihr, so wie die Polizei es auch tut, Videokameras mitführt? Dabei das geschehen deutlich hörbar mit einem Micro dokumentiert. Dabei so viele individuelle Erkennungsmerkmale (Rückenzeichen etc) der jeweiligen Polizisten dokumentieren. Das baut Druck auf die Polizei auf und nimmt einzelnen die Anonymität.
    und ja: Anzeigenhagel

  20. Karla sagt:

    Auch der ehemalige Geschäftsführer Volker Oppitz hat auf Facebook seine Eindrücke geschildert:
    https://www.facebook.com/volker.oppitz/posts/147830295395501

  21. Karla sagt:

    Auch der ehemalige Geschäftsführer Volker Oppitz hat auf Facebook seine Eindrücke geschildert:

    Mein Reisebericht über die Auswärtsfahrt nach Berlin

    Ich schreibe hier über meine Erlebnisse bei der Fahrt im Fanzug von Dresden nach Berlin anlässlich des Punktspieles gegen Union Berlin am 12.4.2013.

    Es handelt sich bei meinem Bericht um eine Beschreibung meiner Erlebnisse. Über anderes werde ich nichts schreiben. Ich werde Dinge, die ich nicht selbst erlebt habe, hier weder kommentieren noch beurteilen. Es geht in meinem Bericht ausschließlich um das, was ich beobachtet habe.

    Ich bin kein Fanzugexperte und diese war erst meine dritte Reise – nach den Fahrten nach Braunschweig und Rostock – mit einem Fanzug zum Auswärtsspiel.

    Gestartet bin ich mit der Straßenbahn Richtung Hauptbahnhof. Dort angekommen – ungefähr gegen zwölf Uhr – sah ich auch gleich eine längere Schlange und wusste, dass ich genau dorthin muss. Also habe ich mich angestellt und „durfte“ mich nach ca. 20 Minuten einer Leibesvisitation unterziehen. Die fiel besonders gründlich aus und wurde von zwei Polizisten durchgeführt, denen ich alles aushändigen musste, was ich in den Taschen hatte. Danach durfte ich meine Jacken ausziehen und wurde abgetastet. Das dauerte fünf Minuten und dann durfte ich Richtung Zug entschwinden. Wenigstens musste ich mich nicht – wie einige andere vor und hinter mir – mit Ausweis fotografieren lassen.

    Dann konnte ich in den Zug steigen, wo die ehemaligen Kollegen schon ein paar Plätze reserviert hatten. Die Fahrt war kurzweilig und vollkommen entspannt. Die Stimmung war ausgelassen, friedlich und fröhlich. Angekommen sind wir gegen 15:10 Uhr in Berlin am Bahnhof Südkreuz. Dort wurden wir von der Polizei direkt empfangen und und auf einen Bahnsteig geleitet, von dem aus wir mit einem Sonderzug (S-Bahn) weitergefahren werden sollten. Ab diesem Zeitpunkt trugen fast alle Polizisten ihre komplette Uniform inkl. Helm. Der erste Zug, der an diesem Bahnsteig ankam, fuhr wieder los, ohne dass wir informiert wurden, ob das vielleicht unser Zug gewesen war bzw. wann unser Zug kommen würde. Die Durchsagen auf dem Bahnhof waren akustisch beim besten Willen nicht verständlich. Auch in die nächste S-Bahn durften wir nicht einsteigen – aber es gab stattdessen Menschen, die aussteigen wollten – was sehr kompliziert war, da der ganze Pulk von ca. 800 Leuten direkt vor der Bahnsteigkante wartete. Dies wiederholte sich noch ein zweites Mal. Erst danach kam eine S-Bahn, die als Sonderzug gekennzeichnet war. Während ca. 800 Fans am Bahnsteig auf ihren Zug warteten, wurde an dem Gleis scheinbar der ganz normale S-Bahn Betrieb durchgezogen. Beim Einsteigen habe ich die Anzeigetafel am Bahnsteig gesehen, auf der der Sonderzug für die Fans des „FC Dynamo Dresden“ angekündigt wurde. Naja, kann passieren. ;-)

    Mit der S-Bahn ging es dann Richtung Köpenick, genauer zur Haltestelle Spindlersfeld. Dort angekommen wurden wir auf die Straße vor dem Bahnhof geleitet, welche die Polizei bereits komplett abgeriegelt hatte. Offenbar diente dieser Platz als Sammelplatz nicht nur für die Zugfahrer, sondern auch für Dresdner Fans, die anderweitig nach Berlin gereist sind. Jedenfalls stießen noch weitere Fans, welche nicht mit dem Zug angereist waren, zu unserer Gruppe hinzu. Über Lautsprecherdurchsagen wurde uns mitgeteilt, dass wir per Bus ins Stadion gebracht werden sollten. Da wir – wir waren eine Gruppe von acht Personen – ganz hinten standen und der Transfer zum Stadion sich noch hinziehen würde, schlug ich vor, in den Bahnhof zurück zu gehen und die Toilette aufzusuchen. Zu dritt machten wir uns auf den Weg. Da es aber im Bahnhof keine Sanitäreirichtungen gab, haben wir uns auf dem Bahnhofsgelände kurz nach Toiletten umgesehen. Danach wollten wir wieder durch den Bahnhof hindurch auf den Sammelplatz. Als wir durch den Bahnhof gingen, lief schräg hinter uns eine Gruppe Uniformierter vorbei. Wir wurden von einem Polizisten respektlos angesprochen: „Macht das ihr hier raus kommt.“ Ich wandte mich zu ihm um bat ihn, mit uns ganz normal zu sprechen. Daraufhin kam „Haut ab!“ als Antwort.

    Wieder auf dem Sammelplatz hörten wir dann die Durchsage, dass mit den Fans abgesprochen wurde, uns nicht mit den Shuttlebussen ins Stadion zu schaffen, sondern dass wir zum Stadion laufen müssten.
    Weiterhin wurde durchgesagt, dass wir jetzt noch ca. 30 Minuten warten müssten, da die Polizei den Marsch zum Stadion organisieren und die Einsatzkräfte entsprechend neu formieren müsse. Nach einiger Zeit – vermutlich waren es 30 Minuten – setzte sich die Menge in Bewegung. Am Anfang wurde die Gruppe durch Beamte vorn, hinten und auf der linken Seite begleitet. Nach und nach kamen zusätzliche Einsatzkräfte, die sich an der rechten Seite des Zuges postierten. Da wir am Ende des Zuges und am rechten Rand liefen, standen wir den Polizisten wahrscheinlich irgendwie im Weg, jedenfalls wurden wir ohne Vorwarnung nach links geschoben. Während des Marsches bin ich freundlich von einem Fan angesprochen worden, der ein Foto mit mir machen wollte. Wir stellen uns also nebeneinander und sein Kumpel wollte gerade das Bild machen, als ich von hinten geschubst wurde. Ich drehte mich um und sah in das Gesicht einer Polizistin, die sagte, dass wir gefälligst weiter gehen sollen. Als ich ihr sagte, dass wir bloß kurz ein Foto machen wollen, teilte sie uns ziemlich respektlos mit, dass wir das auch im gehen tun können.

    Der Marsch verlief soweit ich sehen konnte friedlich, ich habe nur ein paar kleinere Wortgefechte zwischen Polizisten und Fans mitbekommen.. Weiterhin habe ich zu Beginn des Marsches ein bengalisches Feuer gesehen, welches im vorderen Bereich gezündet wurde.
    Nach ca. 20 Minuten wurde der Zug langsamer und wir kamen an den Punkt auf der Straße „An der Wuhlheide“, wo wir nach links Richtung Stadion abbiegen mussten. Dort standen dann zunächst alle, die den Marsch zum Stadion mitgemacht hatten. Von weitem habe ich gesehen, dass sich in dem Bereich, wo es in den Park Richtung Stadion geht, eine Rangelei zwischen Polizisten und Fans gab. Als wir näher kamen, war diese aber schon beendet. Wir wurden weiter auf der Straße in Richtung des Weges, der zum Stadion führt, geleitet. Dort ging es aber nicht mehr voran, die Menschen stauten sich auf dem Bereich zur Einmündung in den Zugangsweg. Es strömten immer mehr Beamte in diesen Bereich und standen dann auch zwischen den Fans. Auf einmal wurde es laut und ich hörte Menschen schreien. Dann sah ich wie ca. zehn Meter vor uns ein Polizist ausholte und in die Menge schlug. Danach gab es eine ziemliche Rangelei, wobei sowohl Poilzeibeamte als auch Fans sehr aggressiv auftraten, und die Lage zu eskalieren drohte. Die Fans, die in dem Bereich hinter der Gruppe von Polizisten standen, wurden ziemlich unsanft in unsere Richtung gedrängt. Nach einigen hitzigen Diskussionen und dem Einschreiten unseres Fanbeauftragten Marek Lange beruhigte sich die Lage wieder.

    Wir liefen langsam weiter und kamen schließlich auf den Weg zwischen dem Bachlauf und dem Stadionzaun, der zum Stadiongelände führt. Dieser Weg ist ca. vier Meter breit und wurde auf beiden Seiten von Beamten gesäumt. Wir betraten diesen Weg gegen 17 Uhr, also eine Stunde vor Spielbeginn. Hier kam der Zug vollkommen zum Stillstand. Von hinten drängten die Leute immer mehr und vorn ging es nicht weiter. Anfangs war die Stimmung auch noch in Ordnung, doch je länger es dauerte, umso mehr verschlechterte sich diese – außerdem rückte der Spielbeginn immer näher. Als es ca. 17:45 Uhr war und wir immer noch ca. 40 Meter vor uns hatten, kippte die Stimmung langsam, da niemand verstehen konnte, warum es nicht vorwärts ging. Es gab Einzelne, die ihrem Unmut Luft machten und ein paar derbe Sprüche losließen, aber die Meisten behielten trotz des Unverständnisses und der Wut die Ruhe. Toiletten gab es natürlich keine und die umher stehenden Bäume konnten auch nicht genutzt werden, da die Beamten niemanden durchließen. Gegen 18:15 Uhr, also eine Viertelstunde nach Spielbeginn erreichten wir schließlich den Bereich, der der Grund für den Stau war. Der Weg wurde dort so durch Vereinzelungsanlagen abgesperrt, dass nur zwei Fans gleichzeitig hindurch konnten.

    Nachdem ich durch diese Schleuse hindurch war, wurde von einem Ordner – mehr brauchte man ja auch nicht – meine Karte kontrolliert. Danach ging es erneut zur Leibesvisitation, die im Gegensatz zu derjenigen, die ich in Dresden erlebt habe, ziemlich unzureichend war. Dann war ich endlich im Stadion. 20 Minuten nach Spielbeginn! Losgefahren sind wir 12:39 Uhr, also haben wir nach Abfahrt des Zuges schlappe fünf Stunden und fünfundvierzig Minuten gebraucht, um unsere Plätze einnehmen zu können.

    Zum Spiel will ich nicht so viel sagen, nur das wir zufrieden sein können, einen Punkt mitgenommen zu haben. Die Stimmung im Block war sensationell.

    Nach dem Abpfiff wurden wir zur Straße „An der Wuhlheide geführt. Dort hörten wir dann die Durchsage, dass auf den Einsatz der Shuttlebusse erneut verzichtet würde und wir den Weg zum Bahnhof Spindlersfeld zu Fuß zurücklegen müssten. Also warteten wir, bis es losging. Ich sah hinter der Polizeiabsperrung Union-Fans und zu meinem Erstaunen konnten diese teilweise durch die Absperrung durchgehen und befanden sich dann auf einmal mitten in unserem Pulk. Glücklicherweise verhielten sich alle in diesem Bereich friedlich, so dass nichts passierte, aber ich habe mich dann schon gefragt, warum die Polizei uns einerseits hermetisch abriegelt, andererseits aber die Heimfans in unseren Pulk lässt.

    Der Weg zum Bahnhof verlief in unserem Bereich problemlos, ich habe nur vereinzelten Unmut von Fans mitbekommen, die nicht mit dem Zug fahren wollten, sondern in die Richtung des Parkplatzes laufen wollten. Diese Fans hatten es offenbar ziemlich schwer, die Beamten zu überzeugen, dass sie zu ihren Autos wollten. Als wir dann am Bahnhof Spindlersfeld ankamen wurde es ziemlich unübersichtlich, da die Straße miserabel beleuchtet war und Gruppen von Polizeibeamten sich ihren Weg mitten durch die Menge bahnten. Aber mittlerweile war ich es schon gewohnt, weggeschubst zu werden. Da wir weit hinten liefen, war der Sonderzug schon ziemlich gut gefüllt. Polizeibeamte standen überall vor den Eingängen und verteilten die Menschen. Wir kamen ganz nach vorn. Ich stieg also in die volle S-Bahn und stellte mich ca. einen Meter von der Tür entfernt hin. Draußen liefen noch einige Fans herum, die in die S-Bahn wollten. Auf einmal kam eine größere Anzahl von Einsatzkräften in kompletter Montur und schob sich in die S-Bahn. Derweil wurde mir verdeutlicht, dass ich „aus dem Plattformbereich gehen“ sollte. Wir drängten uns also in den vorderen Bereich der Bahn, wo die Sitzplätze sind. Auf dem Plattformbereich standen dann vielleicht acht oder zehn Beamte. Das spannende war aber, dass Fans, die einsteigen wollten, weggeschickt wurden. Nachdem sich der Zug in Bewegung setzte, bekam Marek Lange, der sich im selben Bereich aufhielt, die Mitteilung, dass ca. 30 Fans auf dem Bahnhof zurückgelassen worden waren.

    Wir kamen nach zwanzigminütiger Fahrt auf dem Bahnhof Südkreuz an und wurden direkt zu unserem Zug, der schon auf uns wartete, geleitet und stiegen ein. Im Zug wurden alle Mitreisenden darüber informiert, jene 30 Fans immer noch am S-Bahnhof Spindlersfeld warteten. Daraufhin stiegen die meisten Fans wieder aus dem Zug aus und der Polizei wurde mitgeteilt, dass wir auf diese Leute warten würden. Schlussendlich startete der Zug mit ca. 45 Minuten Verspätung Richtung Dresden, wo wir dann gegen 1:30 Uhr ankamen.

    Mein Fazit:

    Ich habe mich am Freitag, den 12.04.2013 ab 12 Uhr als Mensch zweiter Klasse gefühlt. Mit Betreten des Bahnsteigs, auf dem der Fanzug losfuhr, hatte ich nicht mehr das Gefühl, ein normaler Bürger dieses Staates zu sein, sondern eher ein lästiges Subjekt, welches geschubst und angepöbelt werden darf. Für mich hat sich das Verhalten der Polizisten differenziert dargestellt, es gab in der Mehrheit Polizisten, die sich mir gegenüber respektlos und anmaßend verhalten haben, es gab aber auch einige Beamte, die mir gegenüber wertschätzend und höflich aufgetreten sind.

  22. Hans sagt:

    Ich glaube man sollte Polizeigewalt nicht mit irgendwelchen Bedingungen rechtfertigen. „Selber Schuld“ ist bei einem Marsch von 1000Mann auch sehr weit hergegriffen.
    Wenn eine Kommune aber eine halbe Stadt abriegeln muss um einen Fanmarsch zu organisieren (und die Tatsache, dass Autos beschädigt wurden sind bestätigt das) ist ein Shuttleservice ein legitimes Mittel. Und ob da am Ende Doppelstockbusse stehen oder nicht, wäre mir auch völlig Wurst.
    Darum geht es grundsätzlich aber nicht – es geht darum, dass zum wiederholten male:
    -zu wenige Eingänge vorhanden sind
    -Polizisten provozieren
    -Medien ungeprüfte Meldungen übernehmen
    -Fußballfans (Egal aus welchem Grund) Menschenunwürdig behandelt werden

    Es wird wiedereinmal gesagt, dass die Dynamofans selber Schuld sind, weil sie sich in der Vergangenheit daneben benommen haben – Ich bin Dynamofan, ich habe mich in der Vergangenheit nicht daneben benommen und ich möchte verdammt nochmal wie ein Mensch behandelt werden!

  23. Gläser, Antje sagt:

    Da bin ich nochmal, es war kein Gewahrsam, sondern vorläufige Festnahme….Ich möchte gern nochmal ein Wort zu den Dynamofan´s hier äußern….Ich find es ehrlich traurig, wir sich hier einige äußern, ich kann nur nochmal wiederholen, was ich am 12.04.2013 gesehen habe, war eine Peinlichkeit für Berlin, wir sind über Schöneweide zur Alten Försterei gefahren…und hatten keine Probleme, ich durfte nicht mal auf Toilette, es war Glasflaschenverbot, warum wurde das nicht unterbunden,aber mein Toilettengang????Die die hier negativ über Dynamos schreiben, sollten sich mal hinterfragen, ob es nicht besser wär sich einen neuen Verein zu suchen…der keine „problemfan´s“ hat….das ist ernst gemeint….